Strategisches Coaching · Dein Wingman
Gründertagebuch
Nachhaltigkeit und Wirkung
Am 22. April 2024 unterzeichnete ich die Gründungsurkunde der 361 Creativity and Innovation S.L.U. (äquivalent zu einer GmbH). Ich wählte dieses Datum bewusst: Es ist der Tag der Erde. Der Tag zuvor, der 21. April, ist, wie ich erst damals erfuhr, der Internationale Tag der Kreativität und Innovation! Ich hätte das Unternehmen auch an diesem Tag gründen können, aber ich zweifelte daran, dass der Notar gerne an einem Sonntag arbeiten würde.
Die Wahl des Datums war also kein Zufall; sie war ein in Notariatspapier gegossenes Bekenntnis… als Projekt, das weit vor diesem Tag begonnen hatte…
Zwei Jahrzehnte, zwei parallele Welten
Ich arbeite seit mehr als zwanzig Jahren im Naturschutz. 2005, als Teil der Natura Stiftung („Fundación Natura“) war ich am Start von CeroCO2 beteiligt, einer Initiative zur Berechnung, Reduzierung und Kompensation von CO2-Emissionen. 2012 war ich Mitgründer von CompensaNatura, welche Unternehmen und Privatpersonen ermöglicht, ihren ökologischen Fußabdruck zu kompensieren. 2017 war ich Gründungspartner von Sèlvans, der NGO, die die letzten alten Wälder der Iberischen Halbinsel und des Mittelmeers schützt.
Gleichzeitig, und fast in Parallelspuren, verfolgte ich mit wachsender Faszination die neuen technologischen Entwicklungen: den Aufstieg des Internets, des Mobiltelefons, der erneuerbaren Energien, der Blockchain-Technologie, des 3D-Drucks, der Künstlichen Intelligenz… Nicht als passiver Beobachter, sondern als jemand, der zu verstehen versucht, was all das für die Gesellschaft, für Organisationen, und für den Planeten bedeutet.
Jahrelang koexistierten diese beiden Welten in meinem Kopf, ohne sich wirklich zu berühren. Die Natur auf der einen Seite. Die Technologie auf der anderen.
Der Moment, in dem es klickte
Im Laufe des Jahres 2023 begann ich, den technologischen Entwicklungen besondere Aufmerksamkeit zu schenken, durch eine Anhäufung von Lektüre, Podcasts, Gesprächen und Verbindungen, und immer wieder tauchte dieselbe Frage auf: Wie könnten wir all diese Technologie einsetzen, um die Effizienz von Naturschutzorganisationen zu steigern und so die Wiederherstellung und den Schutz der Natur voranzutreiben?
Gleichzeitig stieß ich auf ein Konzept, das ich schon vor vielen Jahren kennengelernt hatte: Biomimikry. Janine Benyus, die Frau, die den Begriff geprägt hat, hielt 2009 den Eröffnungsvortrag beim Weltnaturschutzkongress der IUCN in Barcelona, an dem ich teilnahm. Ich erinnere mich noch genau, wie begeistert mich dieser Vortrag zurückließ. Doch der Alltag sorgte dafür, dass die Idee in mir ruhte, ein Samen, der auf den richtigen Moment zum Keimen wartete.
Dann, 2023 und 2024, begegnete ich dem Konzept erneut, und etwas klickte, unwiderruflich.
Biomimikry ist die Disziplin, die untersucht, wie Organismen und Ökosysteme funktionieren, und diese Prinzipien auf Design, Ingenieurwesen, Architektur und Wirtschaft anwendet. Die Natur löst seit 3,8 Milliarden Jahren genau dieselben Probleme, an denen Organisationen heute arbeiten: Effizienz mit knappen Ressourcen, Resilienz angesichts von Unsicherheit, Anpassung an den Wandel, Regeneration statt Erschöpfung.
Und das macht die Natur ohne Abfall. Ohne Energieverschwendung. Mit einer Erfolgsquote, die kein menschliches Labor je erreicht hat.
Ich hatte zwanzig Jahre damit verbracht, das größte F&E-Labor des Planeten zu schützen, und es war mir nie in den Sinn gekommen, von der Natur zu lernen (statt nur über). Ich war so auf neue Technologien fokussiert, dass ich die älteste und bewährteste übersehen hatte: die, welche das Leben seit seinen Anfängen perfektioniert, ohne Abfall zu erzeugen oder das System zu erschöpfen.
Warum ‘361’
Der Name ist kein Zufall.
Es gibt das bekannte Konzept der ‘360-Grad-Lösungen’: vollständige Sicht, Analyse aus allen Blickwinkeln. Eine ausgezeichnete Bestrebung.
‘361’ schlägt schlicht vor, einen Schritt weiterzugehen: jene zusätzliche Perspektive zu suchen — jenen einen Grad mehr — der verbindet, was bisher niemand verbunden hat.
In unserer Zeit, angesichts der Dringlichkeit, auf eine nachhaltig prosperierende Gesellschaft und einen nachhaltig prosperierenden Planeten hinzuwirken — im nachhaltigsten Sinne des Begriffs — brauchen wir Disruption.
Was Create361 wirklich tut
Create361 ist entstanden, um Brücken zu bauen. Zwischen der bewährten Weisheit der Ökosysteme und den mächtigsten Technologien unserer Zeit. Zwischen systemischem, fachübergreifendem Denken und konkretem Handeln. Zwischen Ideen, die inspirieren, und Lösungen, die tatsächlich umgesetzt werden und echte Veränderungen bewirken.
Ich habe keinen Katalog von Fertiglösungen. Ich bringe zwanzig Jahre Erfahrung im Lösen realer Probleme in ressourcenarmen Organisationen mit. Ich schließe gerade einen Master in KI und Innovation ab und stecke auf halbem Weg durch die Ausbildung zum zertifizierten „Biomimicry Educator“, alles getragen von einer einzigen Überzeugung: Das Problem ist kein Mangel an Lösungen. Es ist ein Mangel an Verbindungen.
Dieser Blog ist das Tagebuch von jemandem, der nach diesen Verbindungen sucht. Und sie teilt, während er sie entdeckt, ohne zu warten, bis alles gelöst ist.
Denn wenn die Natur uns etwas lehrt, dann das: Die widerstandsfähigsten Ökosysteme sind nicht die mit allen Antworten. Es sind die, die alle Optionen und Verbindungen lebendig halten.
Willkommen bei Create361.
Hattest auch du schon einmal einen solchen Moment der Konvergenz — einen, der plötzlich einen ganz neuen Weg erhellt hat?
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